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Väter ohne Rechte trifft Familiensprecherin der SPÖ Frau Birgit Silvia Sandler

Martin Morauf (Obmann VoR), Familiensprecherin SPÖ Birgit Silvia Sandler, Maximilian Urban (VoR)

 

Am 29.03.2019 traf die Kinderschutz-NGO »Väter ohne Rechte« – vertreten durch Obmann Martin Morauf und Dipl.-Ing. Maximilian Urban – die Familiensprecherin der SPÖ, Frau Birgit Silvia Sandler. Frau Sandler ist seit 2017 Nationalratsabgeordnete, der Name »Väter ohne Rechte« war ihr zwar schon bekannt, die Menschen dahinter wurden aber dem Hörensagen nach als "extrem" bzw. "wild" dargestellt. Wir danken Frau Sandler, dass sie bereit war, sich ein persönliches Bild von unserem Verein und seinen Organen zu machen. Aus unserer Sicht ist es uns auch gelungen, das falsche Bild zu korrigieren und darzulegen, dass der Verein äußerst konstruktiv im Sinne der Kinderrechte agiert.

In diesem Sinne wurden nach einer einleitenden Vorstellung des Vereines unsere Arbeitsweise (Lobbying und Betroffenenbetreuung) und unsere Ziele erklärt: Doppelresidenz, Gemeinsame Obsorge, Unterhalt und die Abschwächung der Schwierigkeiten bei Gericht, die vor allem Väter und Kinder treffen. Zu allen Themen konnten wir unsere Fachkenntnisse unter Beweis stellen. Frau Sandler konnte sich davon überzeugen, dass der Verein ein hohes Fachwissen besitzt und lösungsorientiert handelt. Frau Sandler machte sich viele Notizen zu den oben genannten Themen und vor allem zu den - auch ihr - teilweise völlig unbekannten Zuständen im österreichischen Familienrecht.

Wir konfrontierten Frau Sandler auch mit dem Umstand, dass viele Väter nicht nachvollziehen könnten, dass eine Partei, die sich der Einhaltung von Menschenrechten und der Gleichberechtigung verschrieben hat, diese völlig außer Acht lässt, wenn es um das Recht von Kindern auf beide Eltern oder um die Gleichberechtigung von Vätern im Familienrecht geht.

Überraschender Weise erklärte uns Frau Sandler, dass, im Sinne des modernen Gesellschaftsbildes, die SPÖ schon immer für gleiche Pflichten in der Kinderbetreuung war und ist und daher auch für die Doppelresidenz. Sie konnte deshalb kaum glauben, dass es gerade die SPÖ war, die bislang die völlige Gleichberechtigung von Vätern zum Wohle der Kinder abgelehnt hatte. Sie musste erstaunt zur Kenntnis nehmen, dass es die derzeit mitregierende FPÖ ist, die diese Gleichberechtigung eher vorantreibt. Bis dato meinte sie, dass diese Partei das konservative Familienbild präferiert, bei dem die Mutter die Kinder allein zu erziehen habe.

Auch in der Frage der Unterhaltsproblematik, die leider auch vielfach von PolitikerInnen falsch dargestellt wird, gelang es uns, Frau Sandler über die tatsächlichen Gegebenheiten aufzuklären. Des Weiteren konnten wir anhand der - in Österreich nach wie vor und völlig unverständlicherweise nicht anerkannten - Krankheit PAS (Parential Alienation Syndrom, Eltern-Kind-Entfremdung) darlegen, warum das Cochemer Modell dem Kindeswohl am meisten dient und daher in Österreich eingeführt werden sollte.

Leider mussten wir feststellen, dass sich offensichtlich jede Parteiauf die andere ausredet, warum die Gleichberechtigung von Vätern im Familienrecht nicht endlich umgesetzt wird.

Im Verlauf des fast zweistündigen Gespräches konnten wir in vielen Punkten inhaltliche Übereinstimmungen feststellen. So zum Beispiel, dass das derzeitige System denjenigen Elternteil, dem es gelingt, sich die alleinige Betreuung der gemeinsamen Kinder zu sichern, finanziell belohnt, statt positive Anreize zu einer konsensualen Zusammenarbeit zu setzen. Auch darüber, dass das Residenzmodell nicht nur für Kinder und den nicht obsorgeberechtigten Elternteil - zumeist die Väter - nachteilig ist, sondern auch den betroffenen Müttern massive Nachteile am Arbeitsmarkt bringt (Gender-Pay-Gap, Gefahr von Altersarmut, e.a.), herrschte Einigkeit.

Wir danken der Abgeordneten zum Nationalrat, Frau Birgit Silvia Sandler, für das Gespräch, die gute Atmosphäre und vor allem für ihr Interesse an den tatsächlichen Gegebenheiten des österreichischen Familienrechts.

 

 

 


Mit Herz und Verstand.

Im Auftrag unserer Kinder!